Laktoseintoleranz

Normalerweise wird Kindern schon in jungen Jahren beigebracht, dass Milch gut für ihre Knochen ist und sie davon groß und stark werden. Doch was ist, wenn der Bauch nach jedem Glas wehtut und die Schmerzen in Blähungen und Durchfall übergehen? In dem Fall liegt wahrscheinlich eine Milchzuckerunverträglichkeit, kurz Laktoseintoleranz genannt, vor. Doch was ist das eigentlich für eine Krankheit und wie kann man sie behandeln (lassen)?

Definition

Mädchen das an einer Laktoseintoleranz leidet.

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Milch besteht aus Laktose (Milchzucker), die sich wiederum aus zwei Zuckermolekülen (Glukose und Galaktose) zusammensetzt. Diese können nur einzeln vom Darm aufgenommen werden und müssen deshalb voneinander getrennt werden – durch die Laktase, ein Enzym des Dünndarms. Ist dieses jedoch nicht vorhanden, gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm und wird dort von lebenden Bakterien zersetzt. Dadurch entstehen Gase, die sich in Form von Blähungen äußern wie auch durch Schmerzen im Bauchtrakt.

Die Ursachen der Laktoseintoleranz

Nachdem wir die Krankheit kurz erklärt haben, kommen wir an dieser Stelle zu den Auslösern der Milchzuckerunverträglichkeit: Es gibt zwei verschiedene Ursachen, die zu einer Laktoseintoleranz führen können: den primären (1) und den sekundären (2) Laktase-Mangel.

  1. Der primäre Laktase-Mangel ist angeboren und führt dazu, dass der Körper im Laufe der Jahre immer weniger Laktase produziert. Somit äußerst sich die Unverträglichkeit entweder schon im Kindesalter – oder auch erst, wenn man erwachsen geworden ist.
  2. Der sekundäre Laktase-Mangel ist nicht genetisch bedingt, sondern Folge einer Darmentzündung. Zu den Bekanntesten zählen Morbus Crohn oder Zöliakie, aber auch bakteriellen Infektionen können dazu führen, dass der Körper kaum noch oder gar keine Laktase mehr produziert.

Folgenden Faktoren können aber auch zu einer Laktoseintoleranz führen:

  • Pilzinfektionen
  • Darmgrippe
  • Magen-Darm-Operationen
  • die übermäßige Einnahme von Antibiotika
  • häufige Röntgenbestrahlungen
  • chronischer Alkoholkonsum

Die Symptome der Milchzuckerunverträglichkeit

Wie oben bereits erwähnt, äußerst sich die Laktoseintoleranz in Form von Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit – sobald Milchzucker in den Darmtrakt gelangt. Dieser ist vorrangig in tierischen Milchprodukten (u.a. Kuh, Ziegen- und Schafmilch) vorhanden, also Quark und Joghurt, Käse und Butter, Sahne und Kefir.

Wie wird Laktoseintoleranz behandelt?

Leider kann eine Milchzuckerunverträglichkeit nicht geheilt werden, allerdings können die Beschwerden gelindert werden. Am Anfang sollte betroffenen Personen erst einmal mehrere Wochen lang (4 bis 6) laktosefreie leben, also beim Essen auf alles verzichten, was Milchzucker enthalten könnte. Erst wenn die Symptome wie weggeblasen sind, können wieder Milch und Milchprodukten in kleinen Mengen verzehrt werden, um die Verträglichkeit zu steigern. Wie viel Milchzucker ein Mensch mit Laktoseintoleranz beschwerdefrei zu sich nehmen kann, hängt von Patient zu Patient ab. Alternativ müssen sich Betroffene von laktosefreien Lebensmitteln (u.a. Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst, Getreide, Reis, Sojaprodukte, Fisch und Fleisch) ernähren, zudem gibt es mittlerweile auch in vielen Supermärkten laktosefreie Produkte.

Ist Laktoseintoleranz ein Volksleiden?

Leider ja: Tatsächlich leiden fast 75 % der Weltbevölkerung unter dieser Krankheit, davon leben fast 98 % der Betroffenen in Südostasien, 70 % in Südamerika und 15 bis 20 % in Deutschland – Tendenz steigend. Denn viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie unter einer Laktoseintoleranz leiden, weil sie trotz Schmerzen nicht zum Arzt gehen und einen Test machen.