Glutenunverträglichkeit (Sprue)

Wussten Sie, dass Zöliakie (auch Glutenunverträglichkeit oder Sprue genannt) die am häufigsten vorkommende Lebensmittelintoleranz in ganz Europa ist? Obwohl den meisten Menschen Begriffe wie Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz geläufig sind, tritt die Zöliakie wesentlich häufiger in Erscheinung.

Ob glutensensitive oder gluteninduzierte Enteropathie, intestinaler Infantilismus, nichttropische oder einheimische Sprue, Glutenunverträglichkeit, Heubner-Herter-Krankheit oder Zöliakie – die Glutenunverträglichkeit hat viele Namen. Dennoch handelt es sich bei allen Bezeichnungen um die gleiche Krankheit, die nicht selten parallel zu einer Laktoseintoleranz aufritt. Doch was bedeutet sie denn nun genau? In den folgenden Absätzen finden Sie die Antworten!

Glutenunverträglichkeit wird auch Sprue genannt.

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Definition: Glutenunverträglichkeit

Als Gluten bezeichnet man das Klebereiweiß vieler Getreidesorten, welches von vielen Menschen nicht verdaut werden kann. Nehmen sie es vermehrt über die Nahrung auf, leiden sie in der Regel unter einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut – dadurch verkleinern sich sowohl die Mikrovilli (fadenförmige Zellfortsätze) als auch Zotten (nicht selten bis zum totalen Verlust), sodass der Dünndarm nicht mehr richtig arbeiten kann und die Nährstoffe wie auch Flüssigkeit nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Dadurch leiden die Betroffenen unter voluminösen Fettstühlen und schmerzhaften Durchfällen.

Welche Symptome deuten auf eine Sprue hin?

Neben den bereits erwähnten Fettstühlen und Durchfällen kann sich die Glutenunverträglichkeit auch durch folgende Symptome äußern:

  • Anämien
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Blutungsneigung
  • Depressionen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Knochenstoffwechselstörungen
  • Müdigkeit
  • Nachtblindheit
  • Ödeme
  • Schwäche
  • Trockene Haut

Wenn Getreide krankmacht: Die Ursachen

Bis heute konnten die genauen Ursachen, warum so viele Menschen unter einer Zöliakie (Sprue) leiden, nicht geklärt werden. Experten vermuten jedoch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Umwelteinflüssen – kommt es daraufhin zu einer Unverträglichkeit, bleibt diese leider ein Leben lang bestehen und kann nicht geheilt werden. Allerdings kann man seine Ernährung umstellen und die schmerzhaften Symptome reduzieren. Wie das funktioniert, erfahren Sie im folgenden Absatz.

Ein Leben ohne Beschwerden: Die Behandlungsmöglichkeiten

Um die Zöliakie oder Sprue und die damit verbundenen Symptome zu lindern, müssen an erster Stelle alle glutenhaltigen Lebensmittel (u.a. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel) vom Speiseplan gestrichen werden – dadurch kann sich die Atrophie der Dünndarmzotten in 90 % aller Fälle wieder zurückbilden.

Heutzutage bekommt man nicht nur laktosefreie Lebensmittel im Supermarkt oder beim Bäcker, sondern auch glutenfreie. Ebenso erlaubt sind natürlich alle Produkte, in denen Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Soja oder Kartoffeln enthalten sind. Zu den ungefährlichen Lebensmitteln gehören ebenso Gemüse, Früchte, Fleisch, Fisch und Eier – es bleiben also noch genügend Produkte zum Verköstigen über.